Experiment Wetterballon – Spannung pur

Der WP-Kurs Chemie/Physik startete am 08. Juli 2016 um 11.00 Uhr zum 3. Mal einen Wetterballon in die Stratosphäre. Neben drei mitfliegenden Kameras, fliegen verschiedene Geräte mit, um z.B. die Temperatur in Abhängigkeit der Höhe  zu messen.

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Füllung des sehr empfindlichen Ballons – es müssen Handschuhe getragen werden
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Der Ballon ist in Startposition – wir warten gespannt auf die Freigabe des

In der Sonde – die aus Styropor besteht – befinden sich 2 Kameras, GPS Sender sowie Wärmespender. Die Styropor Sonde ist mit gelber Kreide abgesprüht, damit man sie schneller findet, wenn der Ballon landet. Nachdem alle Systeme weiterhin auf „GO!“ standen und es mit der Technik keine Probleme gab, sind wir um 10 Uhr zum Startplatz gegangen. Die Jungs in unserem Kurs haben den Ballon mit 1500l Wasserstoff gefüllt, bis er einen Durchmesser von 1 Metern hatte. Der Haken an der Sache: So eine Ballonhülle ist sehr sehr empfindlich. Man darf sie nicht mit bloßen Händen anfassen, denn sie könnte hier leicht beschädigt werden. Die Folge wäre: Der Ballon zerplatzt zu früh ohne jemals seine maximal mögliche Steighöhe erreicht zu haben. Daher mussten die Schüler, die das Füllteam bildeten, Stoffhandschuhe tragen. Je mehr Wasserstoff aus den Gasflaschen einströmte, desto praller wurde die Ballonhülle. Man merkte deutlich, wie der Ballon immer stärker nach oben zog. Nach einigen weiteren Minuten war unser Ballon klar zum Start, der Tower Berlin gab den vorher angemeldeten Start für 11 Uhr frei (es war sehr spannend, da es nicht 100%ig klar war, ob wir die Freigabe wirklich bekommen würden). Der GPS Tracker und angehängt Sender sowie die Kameras wurden angeschaltet, ein letzter Test sagt: „Alles OK! Ready for lift-off!“ Schüler, Lehrer, die Schulleitung und sogar ein CDU-Abgeordneter, die hinter der Absperrung fieberten, zählten den Countdown im Chor: “10..9..8..7..6..5..4..3..2..1..0“. Und wieder Spannung pur – steigt er zu langsam oder zu schnell – wird er sich in den Bäumen verfangen – funktionieren alle Geräte – wie ist die Luftströmung?!?. Glücklichereise stieg unser Luftgefährt dann zügig auf – immer höher davonfliegend verschwand er hinter den Bäumen im Himmel.

Voller Erwartung startete der Suchtrupp mit entsprechendem Gerät ausgerüstet – auch ein Kletterer war dabei, falls der Ballon in einem Baum gelandet wäre. Weit bis nach Polen reichte die Suchaktion – er ist wahrscheinlich in einem Waldgebiet zwischen Landsberg und Posen niedergegangen – dieses Gebiet ist ohne Handynetzabdeckung – leider haben wir den Ballon deshalb nicht wieder gefunden – die Spur hat sich verloren – keine Empfang – SCHADE!. Aber wir geben nicht auf – denn wir waren auch auf diese Möglichkeit vorbereitet – an jedem Teil des Ballons befinden sich in verschiedenen Sprachen, auch in polnisch, Hinweisschilder, dass die Carl-Bosch-Schule aus Berlin Hermsdorf Eigentümer ist, dass es sich um ein Schulprojekt handelt und wie man uns erreichen kann.

Wir hoffen also auf hrliche Finder und sind in Erwartung der Daten der Sonde über den Flug und ihre Messungen. Vor zwei Jahren fanden wir unsere erste Sonde ein paar Kilometer hinter der polnischen Grenze in einem Rapsfeld, die dabei entstandenen Aufnahmen waren sehr eindrucksvoll – wir bleiben dran!!!

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